Kaum eine französische Bühnenfigur ist so bekannt wie das fechtende Dichtergenie Cyrano de Bergerac, der leidende Liebende mit der großen Nase.

Unsterblich in die schöne Roxane verliebt, doch zu scheu, ihr dies zu gestehen, ficht sich Cyrano durch das Paris des 17. Jahrhunderts, beleidigt die Mächtigen und postuliert die Unabhängigkeit der Kunst vom Mäzenatentum. Als Roxane ihm gesteht, dass sie sich in den schönen jungen Christian verliebt hat – der zu allem Übel auch noch in das Regiment der Gasconer Kadetten aufgenommen wurde, in welchem auch Cyrano dient –, verspricht er Roxane in einem schwachen Moment, ihrem Geliebten ein Freund und Beschützer zu sein. So hilft Cyrano dem eigentlichen Rivalen und leiht dem vor schönen Frauen stets verstummenden Christian seine Redekunst: »Zu zweit sind wir ein ganzer Liebesheld.« Ein Handel, der nicht gut enden kann.

Der französische Dichter Edmond Rostand feierte 1897 mit seiner Verskomödie über den Degenfechter mit der scharfen Zunge einen bombastischen Erfolg im Pariser Théâtre de la Porte Saint-Martin. Die Inszenierung spielte innerhalb kürzester Zeit in Frankreich und auf Gastspielreise in den Vereinigten Staaten über fünfhundert Vorstellungen.

Das Staatstheater Augsburg zeigt Cyrano de Bergerac erstmals als Sommertheater auf einer Freilichtbühne auf dem Gelände des Martini-Park. Hausregisseur David Ortmann inszeniert mit diesem Klassiker der französischen Komödie barockes Theater unter freiem Himmel.